Wer sind die Sammler der zeitgenössischen Kunst? Neben der Figur des Kurators und der des Kunsthändlers beeinflusste der viel weniger bekannte Sammler den Kunstmarkt. Abgesehen von einigen großen Namen von Medienmäzenen erweist sich die Population der Sammler zeitgenössischer Kunst als viel größer, wie die neueste Studie «Sammler zeitgenössischer Kunst, unbekannte Akteure des künstlerischen Lebens», herausgegeben von der Abteilung für Studien, Zukunftsforschung und Statistik des Ministeriums für Kultur und Kommunikation.

 

Das Buch zeichnet ein Porträt des 73% männlichen Sammlers, der ein höheres Bildungsniveau aufweist als die gesamte Bevölkerung. Während das Durchschnittsalter der Sammler zum Teil auf die finanzielle Leistungsfähigkeit im Zusammenhang mit dem Lebenszyklus zurückzuführen ist, zeigt die Studie, dass die Hälfte zwischen 20 und 30 Jahren zum ersten Mal erworben wurde. Ein Drittel begann noch früher mit der Sammlung. Die Kollektionsgrößen sind so vielfältig wie ihre Besitzer. Bei den meisten handelt es sich um Gemälde, Skulpturen, Fotografien oder Zeichnungen für drei Viertel der Sammlungen und viel seltener um Videos oder Installationen.

Vom altruistischen Engagement zu wirtschaftlichen Motiven

 

Der Sammler zeitgenössischer Kunst handelt auch durch sein Engagement für Künstler. Er steht auch in Verbindung mit Kunstgalerien und Museen, beteiligt sich so an der Verbreitung von Kunst und trägt zur Bekanntheit der Künstler bei. Seine Investition in das künstlerische Leben, dessen Intensität mit der Größe seiner Sammlung korreliert, erfüllt verschiedene Motive. Individuelle Mobile (Suche nach ästhetischem Vergnügen), soziale (Wunsch, sich von der Masse abzuheben oder sich in ein begehrtes soziales Umfeld zu integrieren) und finanzielle (Bereicherung, Vermögensbildung) verbinden sich in ihrer Tätigkeit als Sammler. Die Intensität dieser Motivationen und ihre Hierarchie variieren im Laufe der Jahre.

 

Durch die Erforschung der Komplexität dieser relativ unbekannten Bevölkerungsgruppe sowie der vielfältigen Kooperationen, die Sammler mit kommerziellen und institutionellen Akteuren eingehen, bietet das Buch sowohl statistische als auch qualitative Einblicke, über zeitgenössische Kunstsammler, die trotz unterschiedlicher Praktiken und Motivationen die gleiche Leidenschaft für Kunst teilen.

 

 

Erscheinen im Buchhandel: 5. Oktober 2016

Sammlung Kulturfragen ISBN 978-2-11-128160-8 - 208 Seiten - 12 Euro

Ausgaben: DEPS-Ministerium für Kultur und Kommunikation - Im Buchhandel: Die französische Dokumentation - Digitale Verbreitung: www.cairn.info/editor.php? ID_EDITOR=DEPS