unter der Leitung von Anne-Marie Châtelet, Amandine Diener, Marie-Jeanne Dumont und Daniel Le Couédic, Hrsg. Locus Solus, mit Unterstützung des Historischen Komitees des Ministeriums für Kultur, 2022, 703 S.

Der Architekturunterricht in Frankreich hat sich im Laufe des 20. Jahrhunderts gewandelt: Er wurde demokratisiert und feminisiert, erlebte den Aufschwung der Stadtplanung und des Aktivismus der Modernen Bewegung, den Vorrang neuer Techniken und Materialien und natürlich die tiefgreifende Entwicklung der Programme. Vor allem, lange Zeit im Pariser Schoß der Schönen Künste, den 1968 vernichten sollte, hat er sich allmählich im Land verbreitet.

Eine Geschichte dieser Lehre blieb zu schreiben. So entstand diese Enzyklopädie mit einem beispiellosen Ehrgeiz: das Thema in seinen vielfältigen pädagogischen, beruflichen, territorialen oder politischen Dimensionen anzusprechen; alle betroffenen Einrichtungen zu umfassen; ein komplexes Theater und seine zahlreichen Truppen zu beleuchten.

Die 341 Merkblätter des Buches reichen vom Artikel bis zum Essay, verfasst von 147 Beitragenden, Lehrern, Forschern oder Bibliothekaren der nationalen Hochschulen für Architektur, aber auch von französischen und ausländischen Universitäten und verschiedenen Hochschulen. Sie öffnen sich so für vielfältige Interpretationen, bieten Wege und wecken Neugier, ohne die Debatte zu beenden. Rund 750 ikonographische Dokumente illustrieren sie, darunter Zeichnungen und Arbeiten von Schülern, die in alphabetischen Einträgen oder in thematischen Portfolios unterteilt sind. So zeichnet sich ein umfassendes Bild des Schullebens mit notwendigen Erinnerungen an das 19. Jahrhundert und Öffnungen zum 21. Jahrhundert. 

Der historische Charakter dieses Unternehmens bietet auch Schlüssel, um die Aktualität zu schätzen, da die wissenschaftlichen Verankerungen der Schulen gestärkt werden, um über die Zukunft nachzudenken und ihre Herausforderungen zu bewältigen. 

Diese Publikation ist das Ergebnis des Forschungsprogramms HEnsA20 (Geschichte der Architekturausbildung im 20. Jahrhundert), das vom Geschichtsausschuss und dem Amt für Architektur, Stadt- und Landschaftsforschung des Kultusministeriums getragen wird. Verantwortlich dafür sind Anne-Marie Châtelet (ENSA Strasbourg, UR 3400 ARCHE), Marie-Jeanne Dumont (ENSA Paris-Belleville, IPRAUS UMR AUSser 3329), Amandine Diener und Daniel Le Couédic (Universität der Westbretagne, Geoarchitektur UR 7462).

Werk unter der Leitung von Anne-Marie Châtelet (Professorin an der Ensa in Straßburg), Amandine Diener (Dozentin am Institut für Geoarchitektur, UBO), Marie-Jeanne Dumont (Dozentin im Ensa de Paris Belleville) und Daniel Le Couédic (emeritierter Professor, Universität der Westbretagne)