Roselyne Bachelot-Narquin, Kulturministerin, äußerte ihre Bestürzung über das Verschwinden des Schauspielers und Filmregisseurs Jean-François Stévenin.

Nachdem er während seines Studiums an der HEC eine Dissertation über Filmwirtschaft geschrieben hatte, entdeckt Jean-François Stévenin 1968 während eines Studienpraktikums in Kuba mit Freude die Rückseite der Kulissen. Mit dieser neuen Leidenschaft entschloss er sich, sich ganz dem Kino zu widmen und wurde Assistent von großen Regisseuren wie Alain Cavalier, Jacques Rivette oder François Truffaut, die ihm fast alle zweite Rollen in ihren Filmen boten. So entdecken die Zuschauer es in Die amerikanische Nacht (1973), Das Taschengeld (1976) oder Die Brücke des Nordens (1981).

Seit mehr als 40 Jahren wird das französische Kino von diesem Schauspieler mit einem äußerst vielfältigen Repertoire bewohnt. Sein Talent ermöglicht es ihm, so unterschiedliche Charaktere wie ein streikender Metallarbeiter in Ein Zimmer in der Stadt von Jacques Demy (1982), einem Vater, der in 36 Mädchen von Catherine Breillat (1988), Cocardasse in Der Bucklige von Philippe de Broca (1997), ein manipulativer Priester in Der Pakt der Wölfe von Christophe Gans (2001) oder einem turbulenten Freund in Der Mann vom Zug von Patrice Leconte (2002).

1978 drehte Jean-François Stévenin seinen ersten Film, Pass montagneDort bildet er ein Duo mit Jacques Villeret, auf der Suche nach dem Tal der «magischen Combe», im Herzen des Jura, seiner Heimat. Seine folgenden Filme - Doppelte Herren (1986) und Mischka (2002) - sind ebenfalls sehr erfolgreich. Jean-François Stévenin erhält 2018 den Jean-Vigo-Ehrenpreis für die hervorragende Qualität seiner gesamten Arbeit. Mit dieser Auszeichnung wird Jean-François Stévenin für seine erfolgreiche Verwandlung in einen anerkannten Regisseur ausgezeichnet.

Roselyne Bachelot-Narquin würdigt diesen Schauspieler und Regisseur, der sein Talent in den Dienst des französischen Kinos gestellt und alle Rollen hinter der Kamera oder vor ihr übernommen hat.