Der frühe Musiker, virtuose Geiger, weltberühmt und anerkannt, Ivry Gitlis starb im Alter von 98 Jahren nach einer riesigen musikalischen Karriere.

Bekannt für seine eklektischen Entscheidungen, konnte Ivry Gitlis alle Repertoires interpretieren: von Jazz über Klassik bis hin zu Zigeunermusik und zeitgenössischer Vielfalt.

1922 in Haifa geboren, wurde er im Alter von acht Jahren von dem berühmten Geiger Bronislaw Huberman entdeckt, der ihn im Alter von zehn Jahren nach Paris schickte, um am Konservatorium teilzunehmen. Im Alter von 13 Jahren begann er seine Ausbildung in Europa und später in den USA. Seine Karriere startete in den 1950er Jahren, nachdem er den virtuosen Geiger Jascha Heifetz kennengelernt hatte.

Er unternahm mehrere Tourneen, unter anderem unter der Leitung von Eugène Ormandy und George Szell, und nahm seine ersten Konzertaufführungen wie die von Berg oder Sibelius auf. Er setzte seine Karriere als Solist fort und wurde auch sehr beliebt und demokratisierte die Violine in der breiten Öffentlichkeit, insbesondere durch seine Präsenz in Flaggschiff-Shows der Zeit wie Le Grand Echiquier. Eklektisch spielte er auch für die Rolling Stones, Stéphane Grappelli und Léo Ferré. Er schuf auch Werke großer Komponisten des 20. Jahrhunderts wie Iannis Xenakis oder Bruno Maderna.

1971 gründete er ein neues Musikfestival am Col de Vence, wo das Publikum im Gras isst und schläft und Musik hört. 2008 war er Mitgründer des Vereins «Inspiration(s)», um die klassische Musik für alle zugänglich zu machen.

Als wunderbarer Interpret, großzügiger Musiker und inspirierende Figur für alle jungen Musiker wird Ivry Gitlis sein ganzes Leben lang allen Musiken dienen.

Die Kulturministerin Roselyne Bachelot-Narquin spricht ihrer Familie und ihren Angehörigen ihr aufrichtiges Beileid aus.