Mit dem 1926 geborenen Architekten Roger Taillibert (1976) verschwand eine prominente Figur der Architekturwelt.

Nach dem Studium an der École du Louvre und der École nationale supérieure des Beaux-Arts schloss er 1955 sein Architekturstudium ab.

Seine ersten Betonsegel fertigte er von 1962 bis 1966 am Polytechnischen Institut in Stuttgart, wo er an der Entwicklung und Erforschung von leichten und beweglichen Strukturen arbeitete. Er ist einer der Architekten, der es verstanden hat, konstruktive Materialien und Techniken als ausdrucksstarke Ressourcen zu präsentieren.

Nach seiner Rückkehr nach Frankreich wurde er 1966 Chefarchitekt der staatlichen Gebäude und Paläste und beauftragte das Ministerium für nationale Bildung und Sport mit der Suche nach Strukturen im Sportbereich. Er begann mit dem Bau von Sport- und Freizeitanlagen und baute 1965 unter anderem das Schwimmbad von Deauville.

Die Gründung des Parc des Princes in Paris im Jahr 1972 markiert den Beginn einer langen Reihe innovativer Errungenschaften in Frankreich und im Ausland, darunter die Cité scolaire de Chamonix-Mont-Blanc, das Stadium Nord von Villeneuve-d'Ascq (1976)das Olympiastadion Montreal (1976-1987) und das Khalifa Stadium in Katar, wo er auch die Aspire Sports Academy realisierte.

In dieser Zeit arbeitete er als beratender Architekt für die europäischen Institutionen - Europarat und Europäisches Parlament -, sowie für die Regierungen der Vereinigten Arabischen Emirate und Luxemburg. 

Roger Taillibert erhielt im Laufe seiner Karriere zahlreiche Auszeichnungen. 1947 wurde er Mitglied der Akademie für Architektur. 1983 wurde er in die Académie des Beaux-Arts gewählt, wo er 2010 den Vorsitz übernahm.

Der Kulturminister spricht seiner Familie und seinen Angehörigen sein Mitgefühl aus.