Seine Fantasie, sein Humor, seine Poesie, seine Zärtlichkeit, sein Geschmack für Improvisation lassen das französische Kino verwaist.

Mit einem frechen Talent drückte sich Agnès Varda mit ebenso viel Glück im Längs- oder Kurzfilm, im Dokumentarfilm oder in der Fiktion aus, aber auch in der zeitgenössischen Kunst mit erstaunlichen poetischen Installationen oder in der Fotografie, durch seine Zusammenarbeit mit dem Künstler JR.

Die Filmemacherin von «Cleo von 5 bis 7», von «Bonheur», von «Ohne Dach und Gesetz», von den «Glaneuse», konnte mit ebenso viel Kraft und Einfühlungsvermögen Glück und Unglück filmen, ihre Freude am Leben teilen, so wie sie das Leiden ihrer Nächsten zu teilen wusste.

Diese bemerkenswerte Filmemacherin war vor allem eine bedeutende Frau.

Mit der Leichtigkeit der begabten Menschen wusste Agnes Varda jeden Umstand, jede Gelegenheit des Lebens zu ergreifen, um einen Film zu machen.

Ihre lange Karriere hatte sie unter der günstigsten Schirmherrschaft als Fotografin des Festivals von Avignon begonnen, das Jean Vilar gerade gegründet hatte. Sein Ziel war die Unsterblichkeit von Gérard Philipe und Maria Casarès. Einige Jahre später drehte sie ihren ersten Spielfilm mit zwei Anfängern des NPT: Philippe Noiret und Silvia Monfort. Ihr Monteur hieß Alain Resnais. Es war 1954. Der erste Film, «Die kurze Spitze», war schon die Neue Welle vor der Zeit.

Seine Entschlossenheit und sein Talent sind ebenso zu würdigen wie die Sensibilität, die Agnès Varda in ihrem Werk gezeigt hat.

Viele Themen haben seinen lebendigen Blick geweckt und von ihrer Notwendigkeit sein künstlerisches Eingreifen gefordert: Diese Themen haben zu unserem Leben gesprochen, sie haben von unserem Leben, vom Absurden und vom Vergessen gesprochen. Diese Themen haben uns manchmal in Verlegenheit gebracht, sie haben uns oft belastet, aber sie haben uns immer berührt.

Ich spreche seiner Familie und seinen Angehörigen mein aufrichtiges Beileid aus.