Aus Bescheidenheit und Liebe zum Farbton mochte er keine Virtuosität. Die Flugbahn von Lars Vogt, die gestern unterbrochen wurde, war virtuos. Der große Pianist und außergewöhnliche Dirigent starb drei Tage vor seinem 52. Geburtstag, aber nach einer reichen Karriere, die seine Demut, Menschlichkeit, Weisheit und Humor hervorbrachte. Pianist seiner Generation, ausgebildet in der Hochschule für Musik Lars Vogt, geleitet von über 200 Dirigenten, darunter Sir Simon Rattle oder Claudio Abbado, der 1990 mit einem zweiten Preis beim Internationalen Klavierwettbewerb in Leeds ausgezeichnet wurde, spielte mit Tiefe und Zartheit, subtilen Farben und Eleganz, Brio und Höhe. Er interpretierte seine geliebten Komponisten wie Mozart, Beethoven, Bach, Brahms oder Janáček, als wollte er ihre Seele, die unbezahlbare Materie des Genies, offenbaren. Der Tod brachte ihn zum Schweigen, als er mit der Aufnahme der Concertos Mendelssohn mit dem Pariser Kammerorchester und dem Label Ondine.

Als Solist oder pulsierendes Element prestigeträchtiger Formationen verzauberte der Musiker Szenen mit einer Vielzahl von Repertoires auf der ganzen Welt: London Philharmonic Orchestra, New York Philharmonic, Berliner Philharmoniker, NHK Symphony Orchestra Tokyo, Staatskapelle Dresden, Chicago Symphony Orchestra etc... Voller Energie und Schwung, außergewöhnlicher Kammermusiker, hatte Lars Vogt 1998 in Heimbach das Festival de Spannungen ins Leben gerufen. Als vielversprechender Mann mit tausend Talenten hatte er schließlich die Leitung der Royal Northern Sinfonia in Gateshead (Großbritannien) übernommen, bevor er in das Pariser Kammerorchester berufen wurde, das er seit 2020 mit unerschöpflichem Wohlwollen und Enthusiasmus leitete, und wurde 2021 bestätigt. Die starken und authentischen Bande, die er mit seinen Musikern und dem Publikum geknüpft hat, werden uns auf der Seite des Herzens in Erinnerung bleiben.

Mein aufrichtiges Beileid gilt seiner Frau Ana, seinen Töchtern Emma und Isabelle, seiner Familie und allen Angehörigen sowie den Musikern des Pariser Kammerorchesters