Marie Sirinelli, erste Beraterin am Verwaltungsgericht Paris, wurde am 6. Dezember 2013 «Unabhängige Sachverständigenmission, die eine vergleichende rechtliche und politische Analyse der ausländischen Erfahrungen im Bereich der Ethik durchführen und in einem Bericht die Standpunkte der verschiedenen betroffenen französischen Akteure erfassen soll».
Am 13. Februar 2014 übergab sie ihren Bericht an Aurélie Filippetti, Ministerin für Kultur und Kommunikation.
 
Marie Sirinelli führte rund 30 Anhörungen durch, die es den Akteuren des Berufsstandes und zahlreichen Sachverständigen oder Vertretern von Verbänden ermöglichten, ihre Analyse und ihre Meinung über die Zweckmäßigkeit und die möglichen Modalitäten der Einrichtung einer Stelle für die Ethik der Information in Frankreich, für die Presse und den audiovisuellen Bereich.
 
Sie hat auch sehr viele Elemente zur Analyse der ausländischen Erfahrungen in den Ländern gesammelt, die solche Instanzen eingerichtet haben. Dieser Vergleich zeigt, dass jedes Land eine Mediengeschichte und einen spezifischen Rechtsrahmen für die Pressefreiheit hat.
Die Rolle der öffentlichen Hand wird in den Beziehungen zu Presse und Medien unterschiedlich akzeptiert.
 
Der Bericht von Frau Sirinelli ist ein wichtiger Meilenstein in der unerläßlichen Reflexion, die in Frankreich von Fachleuten und Verbänden, die im Bereich der Ethik der Informationsproduktion tätig sind, angestellt wird.
Es ist eine wertvolle Bestandsaufnahme der anwesenden Positionen und ihrer Motive.
 
Die Reflexion über die Informationsmedien nimmt in den letzten Jahren in allen Medien zu. Auch wenn es noch keinen festen Konsens über die Modalitäten der Verkörperung dieser Ethik gibt, gibt es einige Übereinstimmungen. Es geht darum, das zu bekräftigen, was heute den Beruf des Journalisten ausmacht, und eine Logik der Selbstregulierung von Fragen der Ethik gegenüber einer öffentlichen Regulierung zu bevorzugen.
 
In diesem Zusammenhang verbinden die in dem Bericht aufgezeigten Denkanstöße schrittweise die Ambition der freiwilligen Selbstregulierung mit der mehr oder weniger stimulierenden staatlichen Intervention. Sie müssen es dem Berufsstand ermöglichen, in Richtung einer ehrgeizigeren Selbstregulierung zu schreiten; Insbesondere die parlamentarische Debatte über den Quellenschutz, die zweifellos Gelegenheit bieten wird, das subtile Gleichgewicht zwischen der Freiheit und der Verantwortung der Journalisten hervorzuheben.