ZUSAMMENFASSUNG

- retour

- sommaire

- résumé

- abstract

- réf. biblio

dAf 100


REDDÉ Michel, BRULET Raymond, FELLMANN Rudolf, HAALEBOS Jan-Kees, SCHNURBEIN Siegmar von.

L’architecture de la Gaule romaine. Les fortifications militaires

Die der Architektur des römischen Militärs in den gallischen und germanischen Provinzen gewidmete Veröffentlichung entstand in internationaler Zusammenarbeit, an der sich mehr als fünfzig Autoren beteiligt haben.Ziel war eine Neubearbeitung des 1. Bandes des Manuel d’archeologie gallo-romaine, das A. Grenier 1931 veröffentlicht hat; zugleich sollte eine umfassende Synthese mit möglichst zahlreichen klaren und gut dokumentierten Beispielen geboten werden. Das Werk umfaßt daher zwei Bände: Im ersten werden die verschiedenen Gebäudetypen und Bautechniken der Militäranlagen zusammengestellt und in ihrem historischen Kontext von der Eroberung Galliens bis zur Mitte des 5. Jahrhunderts n. Chr. erläutert, um auf diese Weise die spezifisch militärische Architekturgeschichte zu schildern; Band 2 enthält den Katalog der Orte, ohne Vollständigkeit anzustreben, denn es wäre weder möglich noch dem Projekt nützlich gewesen, eine vollständige Liste sämtlicher Lager und Kastelle in Germanien zu erstellen. Da das Werk nicht der Geschichte des Römischen Heeres, sondern der der Architektur gilt, haben verschiedene berücksichtigte Beispiele mit eher bescheidenen Baubefunden das Ziel, auf die wenig beachteten Plätze insbesondere in Frankreich aufmerksam zu machen, denn gerade dort mehren sich laufend die Entdeckungen, nachdem in der Forschung lange Stillstand geherrscht hat. Im Inneren einer römischen Provinz, in der kein Militär dauerhaft stationiert war, kommt selbst wenig erforschten Militärstützpunkten eine besondere historische Bedeutung zu, die nicht unbeachtet bleiben darf.

Nicht mit aufgenommen worden sind die Ummauerungen der Städte, weder diejenigen der Frühzeit des Prinzipalts, noch diejenigen der Spätantike. Diese Aufgabe wird von anderen Autoren in einem gesonderten Band übernommen, zumal die Menge der zu behandelnden Plätze unseren Rahmen weit überstiegen hätte. Die Fragen der spätantiken Stadtbefestigungen können auch nur in hinreichender Weise behandelt werden, wenn die Verteidigungspolitik in jener turbulenten Zeit gründlich berücksichtigt wird.

Das Werk ist in erster Linie für Studenten gedacht und soll Jenen dienen, die als Nicht-Spezialisten leicht zugängliche Informationen suchen, die erstmals in dieser Form das gegenwärtige Wissen darlegen, gibt es doch seit Grenier’s Werk keine vergleichbare Zusammenstellung. Die ausführliche Bibliographie nennt die Original-Publikationen, die – zumeist in vielen verschiedenen Organen erschienen – schwer zugänglich sind, vor allem in Frankreich, wo die deutschsprachige Literatur nur gering verbreitet ist.

Nach gründlicher Abwägung wurde entschieden, soweit irgend möglich, die bereits veröffentlichten Originalpläne beizugeben und nur als Ausnahme Pläne oder Details neu zu zeichnen. Läßt das Werk daher Homogenität vermissen, so

gewinnt es dadurch an Authentizität und spiegelt enorme Verschiedenartigkeit der veröffentlichten Dokumentation; da sich dadurch zugleich die Lücken und die Grenzen der verfügbaren Informationen zeigen, ergibt sich eine wesentliche Grundlage für quellenkritische wissenschaftliche Überlegungen.

haut de page