dAf 94
GIRAUD Jean-Pierre, PONS Fabrice et Thierry JANIN (éd.)
Nécropoles protohistoriques de la région de Castres (Tarn)
Le Causse, Gourjade, Le Martinet
Zwischen 1978 und 1995 wurden Grabungen an drei protohistorischen Begräbnisstätten mit Verbrennung in der Region Castres (Tarn) im Rhamen der preventiven Arbeiten gemacht : Gourjade und Le Martinet bei Castres, Le Causse bei Labruguière. Seit 1995 sind diese Stätten in der nationalen Liste verzeichnet. Sie zeigen eine sehr reichhaltige Analyse von Begräbnisanlagen mit über 1200 Gräbern aus der Periode Ende Bronze— und erster Eisenzeit auf.
Über 5300 Vasen und 1300 metallische Objekte als Grabbeilagen führten zur Aufstellung einer gemeinsamen und einfachen Typologie, wie sie auch in den Gräberstätten im westlichen bas-Languedoc zu sehen ist. Eine sehr genaue Untersuchung der Fundobjekte mit ebenso genauer Aufstellung der Karten mit den Fundplätzen ergibt eine entsprechende chronologische Auflistung der Gräber. Die materielle Entwicklung wird in fünf Gruppen mit der jeweiligen Entwicklung der Aufteilung der Grabbeilagen in Castres über 3 Jh., also vom 9. bis zur ersten Häfte des 6. Jh. v. C. dargestellt, insbesonders im Bereich der signifikanten Veränderungen beim Übergang von der Bronze— zur Eisenzeit.
Die topografische Untersuchung zeigt dann die logische Entwicklung zur Kreisform in Causse und bei Gourjade, und zur linearen Form bei Le Martinet.
Über 1200 verschiedene Knochenfunde, einmalig in Frankreich in dieser Periode, erlauben eine sehr weitgehende anthropologische Analyse über die Art der Grabbelegung und die Entwicklung und Verteilung der Grabbeilagen.
Ein weiteres Kapitel befasst sich mit den sehr zahlreichen und verschiedenartigen tierischen Knochenresten in Causse und zeigt in einer signifikanten Weise eine quantitative und qualitative Entwicklung der tierischen Grabbeilagen.
In nun klassischer Weise sind in der paleosoziologischen Analyse die verschiedenen Parameter in Betracht gezogen worden, die eine relative Gleichförmigkeit der Grabbeilagen aufweisen und damit auf eine gewisse Nivellierung der Gesellschaft hinweisen.
Das letzte Kapitel zeigt auf die kulturelle Identität der Grabfelder und auf die regionalen Ähnlichkeiten von der Provence bis zur