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dAf 84


DEDET Bernard

Tombes et pratiques funéraires protohistoriques des Grands Causses du Gévaudan

(Aveyron, Gard, Lozère)

Der Gévaudan und seine Nachbarn Sauveterre, Bondons, Méjan, Noir und ihre Sateliten sind hochgelegene Kalkplateaus im Süden des Zentralmassivs. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts sind hier an die 240 frühgeschichtliche Grabstätten entdeckt worden. Sie verteilen sich über einen Zeitraum, der von der späten Bronzezeit bis in das 5. Jh. v. Chr. reicht, aber die meisten sicher datierten Beispiele gehören in die frühe Eisenzeit.

Nach der Präsentation der Gegend, der Historiographie der Forschungen auf dem Terrain und der Entwicklung der wissenschaftlichen Konzeptionen in diesem Bereich, widmet sich der erste Teil der Studie der Gräber als illustrierte Dokumentenquelle und kommentiert kritisch alle bis Anfang 1998 gesammelten Zeugnisse. Die geographischen, topographischen, archäologischen, osteologischen und anthropologischen Informationen werden einem genormten Schema entsprechend jeweils einzeln aufgeführt. Dieser erste Teil besteht aus 4 Kapiteln, die je einem Kalkplateau und seinen Annexen gewidmet sind: Sauveterre (147 Fundstätten), Bondons (13 Fundstätten), Méjan (56 Fundstätten), Noir (24 Fundstätten). Der Grossteil der Stätten war bis heute unveröffentlicht oder nur signalisiert, insbesondere was das in 47 Gräbern aufgefundene menschliche Knochenmaterial anbetrifft. Nun bot sich die Möglichkeit, eine Population von siebenundsechzig Individuen zu untersuchen.

Der zweite Teil dieser Publikation umfasst 5 synthetische Kapitel über die in frühgeschichtlicher Zeit in dieser Region üblichen Grabriten. Die zeitliche und räumliche Variabilität ist in allen Schichten untersucht worden. Es sind auch Vergleiche mit den angrenzenden Landschaften angestellt worden, die es erlauben die regionale Eigenheit zu beurteilen.

Das Kapitel 5 befasst sich mit den Gräbern selbst. Die benutzten Stätten sind vielfältig. Neben älteren, wiederbenutzten Monumenten,  wie Dolmen und Tumuli  und  anderen außergewöhnlichen Möglichkeiten wie natürlichen Höhlen, Gruben und Einfriedungen handelt es sich hauptsächlich um Stein- und/oder Erdtumuli. Die Aufmerksamkeit richtet sich logischerweise auf diese "neuen“ Tumuli: auf ihre bevorzugten Standorte, die Materialien, das Umfeld der Gräber und ihre Innenausstattung, die Ausmaße, die Abdeckungen und die Vorrichtungen, die die Grabstätten signalisierten.

Das Kapitel 6 befasst sich mit den Toten; sowohl mit denen, deren Reste konserviert sind (67 der Fälle), wie mit denen, die nur durch das archäologische Begleitmaterial bekannt sind (119 Fälle): Anzahl der Individuen pro Grab, Verteilung nach Sterbealter, das übrigens einen starken Defizit an jungen Toten aufweist, und  die gleichmäßige Verteilung nach anthropologischen Geschlechtern. Thema dieses Kapitels sind ebenfalls die verschiedenen Arten, die Leichen zu behandeln: Einäscherung vor Ort oder auf einem ustrinum, uneingeäschertes Primärdepot oder ebenfalls uneingeäschertes Sekundärdepot nach Ablösung des Fleisches. Auch die Frage der Knochenmanipulationen, und das Problem des Fehlens von Knochenresten in manchen Monumenten, die dennoch Gräbern ähneln, werden berücksichtigt. Für jede dieser Behandlungen wird die Art des Depots der menschlichen Reste untersucht: Quantifikation der eingeäscherten Knochen, Fehlen oder Vorhandensein von Ossuarien, Position und Orientierung von unverbrannten Körpern, Ausstattung der Bestattungsregion…

Dann folgt im Kapitel 7 die Untersuchung der Grabbeigaben und der Opfergaben. Alle aufgefundenen Gegenstände werden nach Kategorien und Typen inventarisiert und nach räumlichen und zeitlichen Kriterien untersucht, ebenso wie ihre Verknüpfungen untereinander. A. Gardeisen schlägt bezüglich der Tierreste Interpretierungen vor.

Anzeichen einer differenzierten Behandlung je nach der sozialen Stellung werden im Kapitel 8 aufgezeigt, das die Auslegungen der vorausgehenden Kapiteln in einer Synthese zusammenfasst und mehreren Interpretierungspisten nachgeht: Auswahlcharakter der "Rekrutierung“ der in diesen Gräbern entdeckten Individuen, Differenzierung  des Grabinventars nach Geschlecht der Verstorbenen, Herausstellung besonderer Persönlichkeiten: Frauen reifen Alters mit Halsreif, Frauen mit überreichem oder wertvollem  Schmuck, Männer mit Waffen und, meistens noch zusätzlich einer Metallschale. Es ist also eine offensichtliche Hierarchisierung der Individuen in mehreren Schichten erkennbar, die einerseits auf ganz natürlichen Kriterien beruht wie Alter und Geschlecht, bei der andererseits zweifellos die Stellung innerhalb der Gesellschaft eine Rolle spielt.

Das Kapitel 9 greift das Problem der möglichen Bedeutungen mancher herausgestellter Fakten auf, die wiederholt oder vereinzelt auftreten können und stellt Fragen bezüglich der Beschäftigung mit dem Tod und dem Jenseits, die bei diesen frühgeschichtlichen Menschengruppen durchscheint.

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