dAf 78
JULIEN Michèle et RIEU Jean-Luc
Occupations du Paléolithique supérieur dans le sud-est du Bassin parisien
À Erster Teil Die magdalénische Besiedlung von Marolles-sur-Seine/Le Grand Canton (Seine et Marne)
1 Rahmen der Untersuchung
Das Lager von Marolles-sur-Seine/Le Grand Canton liegt am Zusammenfluß von Seine und Yonne, zwischen den Ebenen der Brie und des Gâtinais. Der archäologische Kontext der Gegend zwischen Yonne und Loing ist mit, bis heute 15 identifizierten magdalenischen Fundstellen reich, darunter Marsangy-Le Pré des Forges flußaufwärts an der Yonne,
2 Die Entdeckung und die Ausgrabung.
Das Lager ist während einer gründlichen diagnostischen Aktion entdeckt und in mehreren Phasen auf einer Gesamtfläche von ungefähr
3 Chronostratigraphische und paläoumweltbezogene Betrachtungen
Geologische, stratigraphische und mikromorphologische Analysen zeigen, daß die Leute des Magdalénien sich in den Sänden und braun-gelben Loesschichten niedergelassen haben, die die auf Erhöhungen und in Niederungen bereits gebildeten groben alluvialen Ablagerungen bedeckten. Das Ganze ruht auf Injektionen des kreidehaltigen Substrats, die durch intensive Froststauchungen an die Oberfläche getrieben wurden und von
4 Das Land und seine Ressourcen
Die Bedeutung des Landes liegt in seiner Vielfalt begründet, unter Berücksichtigung seiner Situation als geographischer Berührungspunkt. Die Hauptressourcen an Flint und Gesteinen (Sandstein und Magmatit) stammen aus den, von der Yonne abgelagerten alluvialen Schichten. Die wenigen Gehäusereste von Nautilussen können aus nahen kretazischen Sedimenten kommen oder aber mit der Seine angeschwemmt worden sein. Die im Pariser Becken im Laufe des Magdalénien am meisten vertretenen Tierarten sind das Ren und das Pferd. Manchmal werden sie von anderen kleineren Tierarten (Wolf, Fuchs...) begleitet. In der Diskussion geht es um die Gründe, aus denen in Marolles das Pferd das Ren zahlenmäßig überwogen hat.
5 Die Jagd und die Verwertung der Tiere
Die Fauna des Sektors 2 von Marolles/Le Grand Canton liefert mit 5500 bestimmten Resten die bedeutendste Serie des regionalen Magdalénien. Das Pferd überwiegt mit über 95 % der bestimmten Reste, gefolgt vom Rentier (4,4 %). Drei Knochenreste von Wölfen, einer von einem Horntier und ein Molar von einem Mammut vervollständigen das Faunaspektrum. Das Alter der erlegten Tiere erlaubte keinerlei Rückschlüsse auf die Jahreszeit : die wenigen Rentiere sind ausgewachsene Tiere von 7 -9 Jahren und zwei Jahre alte Jungtiere, die Mehrzahl der Pferde entpricht einer Population von 5 - 8 Jahren. Abgesehen von den Konservierungsbedingungen entspricht der geringe Anteil an Jungtieren dem der fast erwachsenen Tiere (2 bis 5 Jahre). Das allgemeine Profil der erlegten Tiere könnte von einer Jagd auf kleine, isolierte Gruppen in aufeinander folgenden Jagdabschnitten zeugen. Den Skelettresten nach zu urteilen, wurden die Pferde in der Nähe des Lagers getötet, wohin sie transportiert und dann zerlegt wurden. Der kleine Anteil an Rippen und Wirbelknochen läßt entweder eine Konservierung in mehrern Abschnitten oder den Abtransport an andere Orte vermuten.
6 Die lithische Industrie
Die techno-typologische Studie betraf das gesamte lithische Material der Sektoren 1 und 2, d.h. ungefähr 25 000 Abschlagprodukte, davon 1 045 Geräte, die ein Gesamtgewicht von
7 Verbrennungsspuren
Die Gesamtfläche hat 1 300 kg Steine mit Brandspuren geliefert. 60 % davon wurden isoliert oder in Abfallgruben gesammelt gefunden. Da die Asche und die Holzkohle nur selten erhalten sind, sind die 12 als solche identifizierten Feuerstellen ausschließlich anhand der kreisförmigen, zahlenmäßig mehr oder minder bedeutenden Steinkonzentrationen erkannt worden. Die Brandstruktur Nr.1,die in zwei nebeneinanderliegenden Vertiefungen angeordnete Steine mit einem Gesamtgewicht von
8 Analyse der räumlichen Verteilung der Funde
Obwohl die Dilation der Siedlungsschichten und die regelmäßige Verteilung der Funde über einen Großteil der Fläche eine teilweise Neuverteilung der archäologischen Ablagerungen vermuten lassen, so scheinen die lithischen Artefakte und Knochen im Sektor 2 noch eine, auf die Feuerstellen ausgerichtete Organisation aufzuweisen. Eine detaillierte Raumanalyse, die auf der Dichte jeder Kategorie technologischer Zeugnisse beruhte, ist in einer Zone durchgeführt worden, in der drei Feuerstellen topographisch auf einer Fläche von
Allgemeine Schlußfolgerung
Der Ort zeugt von der wiederholten Rückkehr von kleinen Jägergruppen in dieses Zwischenstromland, die gekommen sind, um Pferden oder gelegentlich Rentieren aufzulauern und sie zu erlegen. Das Wild wurde dann in das Lager gebracht, um dort zerlegt und behandelt zu werden ; ein Teil wurde wahrscheinlich nach Trocknung an andere Lagerstätten mitgenommen. Die Dichte und die Weite des Lagerplatzes von Marolles/Le Grand Canton lassen sich durch seine Herausbildung erklären. In einer Zone, in der die Sedimentation wenig ausgeprägt war, konnten sich die aufeinanderfolgenden Installationen nicht, oder nur sehr begrenzt überlagern und so haben sie sich mit der Zeit über eine große Fläche ausgebreitet.
Zweiter Teil Das Altpaläolithitikum im Vannetal
1 Rahmen der Untersuchung
Das Tal der Vanne trennt die Hochebene des Sénonais vom Other Wald und trifft auf der Höhe von Sens auf die Yonne. Die Lagerstätte von Fontvannes/Le Bas du Fort Miroir befindet sich auf einem kreidigen Plateau in der Nähe der Quelle des Flusses. Die Lagerstätte von Lailly/Le Domaine de Beauregard liegt am loessigen Hang des Alaintales, eines seiner Nebenflüße. Alle Phasen des Altpaläolithikums sind in der Gegend zwischen Arcy-sur-Cure und Marolles-sur-Seine vertreten, jedoch für einige Serien, in denen diagnostische Hilfsmittel selten sind, kann nur eine detaillierte technologische Untersuchung über eine globale Einordnung in das Altpaläolithikum hinausführen.
2 Die Lagerstätte von Lailly/Le Domaine de Beauregard (Yonne)
Dieses Niveau des Altpaläolithikums wurde während der Ausgrabung eines Komplexes aus dem Moustérien entdeckt. Es liegt auf der Spitze eines Komplexes von gelben Loessen des jüngeren oder mittleren Pleniglazis und
3 Die Ablagerungen von Fontvannes/Le Bas du Fort Miroir (Aube)
Diese Lagerstätte ist durch Oberflächenfunde identifiziert und mit dem Bagger in Gräben sondiert worden. Sie liegt in ungefähr