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dAf 76


CHARDRON-PICAULT Pascale et PERNOT Michel

Un quartier antique d'artisanat métallurgique à Autun.

Le site du Lycée militaire

Die Rettungsgrabung auf dem Standort  der Militärschule erstreckt sich übereine  Flache von 9500 m2 im Südosten  innerhalb der Stadtmauern. Die  zutagegebrachten Überreste stammen  ausschließlich aus der gallo-römischenPeriode.  Die Fläche wird von  der Stadtmauer, einem Decumanus und  zweiCardini gegliedert, die zu zwei  Wehrtürmen der Stadtmauer führen;  FünfInsulae sind identifiziert worden. Die  Ausdehnung der drei südlichenlnsulae  wird von der Stadtmauer begrenzt; von  diesen fünf Insulae ist diemittlere (Insula  C) vollkommen ausgegraben worden.,  die vier anderen (A, B, Dund E) hingegen  nur teilweise. Die relativ starke Neigung  des Geländes hatdie Bewohner  veranlaßt, die Anlage terrassenförmig zu  gestalten. Aus dieserSituation ergibt sich  eine sehr unterschiedliche Erhaltung der  Reste: diehöher gelegenen Zonen sind  sehr erodiert, während am Fuße  mancherTerrassenmauern eine  Stratigraphie von 1,50 erhalten ist.

 

Die Strassen zeichnen sich durch ihre  außergewöhnliche Breite von 11 bis  12Metern aus. Die durchgeführten  Schnitte ermöglichen es' ihren Aufbau  zubeschreiben und festzustellen, daß sie  keine älteren Anlagen überdecken. Der  gesamte Bereich am Fuße der  Stadtmauer konnte nicht ausgraben  werden. Zwei breite  Sondierungsgrabungen an den beiden  Türmen haben keine entscheidenden  Argumente bezüglich der  Aufeinanderfolge des Baus der  Stadtmauer und der Strassen ,-  hervorgebracht. Es ist hingegen klar, daß  die Planung der Grundlinien aller dieser  Elemente jeglicher  Konstruktionvorausgegangen war.

 

Die stratigraphischen Gegebenheiten  bezüglich der Besiedlung der Insulae  werden zunächst anhand einiger  Beispiele der Geländerealitäten  illustriert : Es gibt mehrere Folgen mit  zahlreichen Feinschichten, denen die  Entwicklungen der handwerklichen  Aktivitäten zugrunde liegen. Die  vereinfachten, schematischen  Diagramme der relativen Chronologie  ermöglichen es drei große  Siedlungsperioden zu definieren; ihre  Grenzen, die sich in architektonischen  Veränderungen ausdrücken, werden im  Allgemeinen von einem Wechsel der  handwerklichen Aktivität begleitet.  Umgestaltungen eines Raumes können  eine Periode in zwei Phasen unterteilen.  Besondere Aufmerksamkeit wurde den  ersten Siedlungsanzeichen (Phase 0) und  der Periode der Aufgabe des  Siedlungsplatzes gewidmet.

 

Die Bezugspunkte der absoluten  Chronologie basieren in den jeweiligen  Insulae in erster Linie auf der Studie der  Feinkeramik. Die Kleinheit der .  Musterfragmente, zu der noch der  proportional hohe Anteil an residuellem  Material kommt, führt zu  Interpretationen die mit Vorsicht zu  genießen sind. Die Prüfung der 83 Münzen aus gesicherten Kontexten erlaubt es, diese wichtigsten Ergebnisse zu stützen.

 

lm zweiten Teil werden die  Übersichtspläne der Gebäude der  Verschiedenen chronologischen Perioden  dargestellt. Alle zutage gebrachten  Strukturen, Mauern oder  Rekuperationsgräben, Reste von Öfen  oder Gruben, um nur einige Beispiele zu  nennen, werden genau beschrieben. lm  Allgemeinen werden die Ergebnisse der  unterschiedlichen chronologischen  Siedlungsstadien einer jeden Insula  nacheinander aufgeführt, Die Insula C  weicht von dieser Regel ab, da die drei  Gebäude einzeln behandelt werden. Für  jeden Raum (einheitlicher, überdeckter  Ort) und für jeden chronologisch  abgegrenzten Zeitraum wird, von den  Strukturen aber auch vom zutage  gebrachten Mobiliar ausgehend eine  erste funktionale Interpretation  vorgeschlagen, wenn dies möglich ist.  Die nachgewiesenen handwerklichen  Tätigkeiten sind ihrer Bedeutung nach  geordnet: Verarbeitung von .  Kupferlegierungen, Eisensverarbeitung  und Töpferei. Meistens wechselt die  handwerkliche Tätigkeit eines gegeben  Ortes mit dem Wechsel zur nächsten  Siedlungsperiode.

 

lm Allgemeinen sind Bürgersteige  vorhanden, dies sind Verkehrsadern  zwischen Gebäuden und Strassen.  Wegen dem Fehlen chronologischer  Zusammenhange werden sie getrennt  von den Gebäuden untersucht. Durch die  Erosion der Siedlungsreste sind nur  wenig Informationen bezüglich der  Gestaltung der Gebäudefassaden  erhalten. Entlang einiger Strassen  müssen wohl Säulengänge über den  Bürgersteigen existiert haben.

 

Die Räumlichkeiten, die von den  Handwerkern für häusliche Aktivitäten  genutzt wurden, stellen ein schwer zu  lösendes Problem dar. Ein kleiner Teil des  im Parterre eingerichteten Raumes  scheint dazu gedient zu haben. Das  Vorhandensein von Treppenhäusern und  Reste von heruntergefallenen  Malereiresten, zeugen von einer Etage  über einigen, im Parterre eingerichteten  Räumen. Bei den Gebäuden der Insula C  ist eine architektonische Einheit in der  Anordnung der Stockwerke und der  Terasseniveaux offensichtlich.

 

Das dem Handwerk gewidmete Kapitel  beginnt mit der Untersuchung der Reste  der Aktivität, die über die ganze  Siedlungsperiode hinweg vorrängig war :  die Herstellung kleiner Gegenstände aus  Kupferlegierung. Die wichtigsten  Kategorien des Mobiliars, das mit diesen  Erzeugnissen direkt in Verbindung  stehen, werden nach einem kurzen  Abriss der zu dieser Zeit benutzten  Techniken untersucht.

 

Das Gesamtgewicht der Gußformen für  das Wachsausschmelzverfahren erreicht  280 kg. Der größte Teil der  interpretierbaren Abdrücke stammen  von Fibeln mit zweiteiliger Spirale. Eine  zu Zweidritteln erhaltene Form ist vor  dem Gießen liegengelassen worden.  Zusätzlich zu den Varianten sind fünf  verschiedene Fibelmodelle gezählt  worden. Für mehrere von ihnen gibt es  zwei Modelklassen. Vor Ort sind  beträchtliche Mengen von großen Fibeln  mit einem Spiraldeckel einer Länge von  50 mm produziert worden. Abdrücke  von Glöckchen mit kreisförmiger oder  rechteckiger Basis sind ebenfalls in  großer Zahl identifiziert worden. Die  Weite der Öffnung schwankt zwischen  40 und 100 mm. Es ist kein Rest  identifiziert worden, der mit Statuen in  Verbindung gebracht werden könnte;  das Gleiche gilt für die Produktion von  Scharnierfibeln. Über 30 kg  Kalksteinstücke werden ais mehrteilige  Kokillen interpretiert. Lesbare Abdrücke  (über 50) zeigen, daß ein Teil der  hergestellten Stücke Geschirr war; der  maximale festgestellte Durchmesser  beträgt 300 mm. In großer Zahl (650 kg)  sind meist sehr schlecht erhaltene  Schmelztiegel gefunden worden; ihnen  werden Deckel zugeordnet. Es gibt  unterschiedliche Formen, darunter  mindesten 3 Größen; das  Fassungsvermögen variiert zwischen .  0,15 bis 1,5 l oder anders ausgedrückt  1 bis 12 kg. Von den Metallobjekten aus  NE-Legierung, sind nur die Rohlinge, die  Abfälle und die Schlacke untersucht  worden, die von der Metallverarbeitung  vor Ort zeugen. Um die 40  Materialanalysen sind durchgeführt  worden, um die Zusammensetzung zu  bestimmen. Die Kupferlegierungen  werden in 5 Klassen unterteilt. Die 6 von  den 11, vor der Fertigstellung  liegengelassener und analysierter Fibeln,  waren aus Messing. Bei den analysierten  Weißmetallen handelte es sich um  unlegiertes Blei oder eine Blei-Zinn-  Legierung. Eine summarische  Untersuchung des Kleinmaterials aus  Stein (Poliersteine und Ausbeulklötze)  haben zu einer ersten Klassifikation  geführt. Die Herstellung kleiner  Glöckchen aus "bronziertem" Eisenblech  wird durch aufgefundene  Tonhüllenfragmente bescheinigt (über  60 kg), die für diese Produktion benötigt  wurden. Eine kurze Studie der Keramik  gibt einige Informationen über die, von,  den Bronzegiessern benutzten Rezepte.

 

40 Öfen, die der Verarbeitung der  Kupferlegierungen dienten, sind  untersucht worden und in 5 Gruppen  aufgeteilt worden; die anderen  Strukturen (Laufhorizonte, Gruben,  eingegrabene Tontöpfe, Pfostenlöcher,  etc.) die in Verbindung mit demselben  Handwerk standen, sind systematisch  untersucht worden. Von 38 Fällen  ausgehend, konnte durch Kreuzung der,  bezüglich der Strukturen und des  Mobiliars beobachteten Daten, das  Werkstattkonzept erstellt und  nachgewiesen werden; zwei Typen sind  zu unterscheiden: lm ersten  Werkstatttyp (FPF)findet sowohl das  Gießen sowie. die dem Gießen  nachfolgenden Aktivitäten statt. lm  zweiten Typ (PF}beschränken sich die  Aktivitäten, auf die dem Gießen  folgenden Arbeitsgänge.

 

Die meisten Reste der Eisenverarbeitung,  die auf dem Grabungsort vorgefunden  wurden, können ais das Ergebnis der  Erzreduktionsgphasen interpretiert  werden. Das Schmieden geht klar aus  den Strukturen (Feuerstellen und  Ambossen) und typischen Abfällen  (Schlacke und Hammerschlacke) hervor;  diese Arbeitsvorgänge sind in den  Perioden2 und 3 bezeugt. Die  Werkstattorganisation wird in 7 Fällen  beschrieben. Die beobachteten  Unterschiede lassen darauf schließen,  daß die Handwerker, wenn ihre  Erzeugnisse auch nicht bekannt sind, auf  gewisse Weise spezialisiert waren. Die  Untersuchung des Eisenmobiliars, die zur  Zeit nur gestreift wurde zeigt, daß  Abfälle und Rohlinge existierten; in der  Zukunft werden diese es wahrscheinlich  ermöglichen, einige der Erzeugnisse zu  bestimmen.

 

Zwei Töpferwerkstatten haben während  der Periode 2 funktioniert, man hat  davon Öfen und Schutthalden gefunden.  Die Untersuchung der mißratenen  Stücke aus der Auffüllung dieser  Strukturen erlaubt es, sich eine  Vorstellung von den vor Ort  hergestellten Produkte zu machen. Es  handelt sich vor allem um Geschirr für  den Hausgebrauch in den Formen, die im  2. und 3. Jh. in Gallien gängig waren :  um helle Gebrauchsware aus nicht  kalkhaltigem Ton, die in "mode A" (siehe  M. Picon CNRS Lyon 1973) - gebrannt  wurde, das heisst, mit einer  Reduktionsphadse nachdem Brennen  und um graue Gebrauchsware, die in  "mode B" (siehe M. Picon CNRS Lyon  1973) gebrannt wurde, d.h. mit eriner  Oxydationsphase nach dem Brennen.  Eine Mindestanzahl von 544 Töpfen ist  untersucht worden, mehr ais 30 Formen  sind abgebildet. Fragmente von Oscilla in  Maskenform sind ebenfalls gefunden  worden. Die Produktionen scheinen sich  in einen relativ bescheidenen Rahmen  einzuschreiben, der keinen industriellen  Charakter aufweist.

 

Abfälle und mißratene Stücke zeugen  von Knochenbearbeitung ; auf dem  Grabungsfeld hat jedoch weder eine  Werkstatt lokalisiert werden können,  noch hat man die Kategorien der  hergestellten Stücke genau identifizieren  können. Von der Nutzung des Horns von  Schafen und Ziegen zeugen um die  hundert weggeworfel1e knöcherne  Zapfen, die neben einer Feuerstellen in  einer metallurgischen Werkstatt  entdeckt wurden.

 

Die anthrakologische Studie von  Holzkohlenproben, die vor allem  handwerklichen Kontexten entnommen  wurden, zeigt daß es Veränderungen  zwischen der Periode 1und den  folgenden Perioden gibt: das Eichenholz  geht wesentlich zurück um von  Buchenholz ersetzt zu werden.

 

Die Feingrabung dieses  metallverarbeitenden Produktionsstätte  hat es erlaubt, Faktenvon großer  Bedeutung zusammenzustellen, die auf  die Menge des erhaltenen Mobiliars und  der untersuchten Strukturen beruhen,  aber vor allem auf der Dokumentation  der Verbindung dieser zwei Typen von  Oberresten. Die "technischen"  Ergebnissen führen zu "sozialen"  Ergebnissen. Es ist zum Beispiel klar, daß  die Handwerker in kleinen Einheiten  gearbeitet haben, in einem Kontext der  Konkurrenzwirtschaft. Hinzu kommt daß  trotz des Wechsels des verarbeiteten  Materials (Obergang von Legierungen  auf Kupferbasis zu Eisenbasis oder zur  Töpferei). Der handwerkliche Charakter  dieses Viertels besteht durch über die  ganze Siedlungsperiode hinweg, das  heißt über zwei Jahrhunderte. So  können die Handwerker der  Militärschule in ihren historischen  Kontext bezüglich Erbschaft Bibractes  und der die Stadt Autun betreffenden  Gegebenheiten eingeordnet werden.  Heute ist bewiesen, daß das Handwerk  eine wichtige Stelle im wirtschaftlichen  Leben der Hauptstadt der Civitas gespielt  hat.

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