dAf 66
GENIN Martine et Marie-Odile LAVENDHOMME
Rodumna (Roanne, Loire), le village gallo-romain
Évolution des mobiliers domestiques
1. Einführung
Geschichtlicher Abriß der gallo-romischen Siedlung von Roanne
O. BLIN
1.1. Chronologischer Überblick über die Forschungen
Rodumna, der Name der antiken Siedlung, auf deren Standort Roanne erbaut wurde, ist aus der Geographie des Ptolemaios (2, 8, 11) bekannt, der sie neben dem Forum Segusiavorum (Feurs) ais Stadt der Segusiavi nennt (Abb.1). Roanne (unter der Bezeichnung Roidomna) taucht noch auf einem weiteren antiken Dokument, der Peutingerschen Tafel (Abb. 2), ais Etappe einer Strecke auf, die Lugdunum und Augustonemetum (Clermont-Ferrand) verbindet.
Antike Reste im Untergrund von Roanne werden erstmals Ende des17.Jh.( La Mure 1674) erwähnt. Aber erst seit den 60iger Jahren dieses Jahrhunderts macht die Erforschung der antiken Siedlung wirkliche Fortschritte. Seit Beginn der 80iger Jahre wird von dem regionalen Amt für Bodendenkmalspflege eine systematische Interventionspolitik durchgeführt, die vor allem 1987 eine wichtige Grabung (im Bereich der Lehranstalt Saint-Paul; Guilhot et al. 1992) bedingt hat.
1.2. Die archäologische Stätte
Die Siedlung liegt auf dem linken Ufer der Loire, am südlichsten Ende eines tertiären Einbruchbeckens (der Ebene des Roannais). Sie erstreckt sich parallel zur Loire im Osten (Abb. 3), im Westen breitet sich eine weite Sumpflandschaft aus. Man weiß nicht, ob der Fluß schon im Altertum genutzt wurde. Hingegen ist bekannt, daß sich in Roanne mehrere, in der Antike benutzte Landwege kreuzten : eine Straße führte von Lyon nach Vichy, eine andere von Roanne nach Autun, eine dritte von Roanne nach Feurs, wo sie auf die Via Agrippa (vom Atlantik nach Lyon) traf und schließlich eine Straße von Roanne nach Montbrison, wo sie mit der Straße nach Rodez zusammentraf.
1.3. Die archäologischen Gegebenheiten.
Die Erstellung der archäologischen Karte der Siedlung ist eine unerläßliche Vorarbeit für ihre Erforschung. Der Paragraph 1.5 stellt die Ergebnisse vor.
1.4. Die Analyse der Gegebenheiten
Der wichtigste Faktor ist die Erkennung des gallischen Ursprungs der Siedlung, die in ihrer zweiten Phase gallo-römisch war. In der ersten Hälfte des 1.Jh.v.C. war die Siedlung nicht größer ais etwa 10 Hektar; ihre größte Ausdehnung, die sie sicher gegen Mitte des 1.Jh.n.C. erreichte, kann auf 35 ha geschätzt werden. Der Standort des ursprünglichen gallischen Dorfes und die Ausdehnungsrichtungen scheinen weitgehend von den Wegen abzuhangen, die das Gelände durchquerten.
Die Physionomie des Ortes hat sich sicher seit der gallischen Zeit nur sehr allmählich entwickelt. Man muß sich ein rustikales, Traditionsverbundenes Siedlungsbild vorstellen (Bauten aus Holz und Erde, Kontinuität der gallischen Parzellierung, Abfallgruben unweit der Hauser).
Das einzige Handwerk, von dem man, anhand der Überreste, mit Sicherheit behaupten kann, daß es eine wichtige Rolle in der Ökonomie der Siedlung gespielt hat, ist das Töpferhandwerk (13 Öfen). Die gefundenen Erzeugnisse (Abb.10) waren hauptsächlich für den lokalen Markt bestimmt.
1.5. Chronologisches Inventar der archäologischen Funde
2. Ziele und Durchführung der Forschungen
2.1. Einleitung
M. GENIN
Das Ziel dieser Veröffentlichung! die auf Feinanalysen basiert, ist einen Überblick über die Entwicklung der häuslichen Gerätschaften zu geben, der ais Grundlage für weitere Arbeiten dienen kann. Die Darstellung der Entwicklung des Mobiliars basiert auf der keramologischen Studie von 22 geschlossenen Fundkomplexen (Taf.II), deren Datierung sich vom Ende des 1.Jh.v.C. bis zum 3.Jh.n.C. erstreckt. Diese Fundkomplexe wurden systematisch inventarisiert und das gesamte, vorhandenene Fundmaterial, ausgenommen die Fauna, bearbeitet (Taf.III).
2.2. Die berücksichtigten archäologischen Fundkomplexe
M.-O. LAVENDHOMME
Die Auswahl der 22 Komplexe war durch die Reichhaltigkeit und Qualität des Fundmaterials gerechtfertigt. Was die Keramik betrifft, repräsentieren die Fundkomplexe 6 000 Gefässe, die wiederum 60 000 Scherben entsprechen.
2.3. Die chronologische Eingrenzung
M. GENIN
Der Terminus antequem wird durch die vorhandene Dokumentation vorgegeben : keiner der geschlossenen Fundkomplexe ist mit Sicherheit später ais im ersten Viertel des 3.Jh. anzusetzen. Schwerer einzugrenzen ist der Terminus postquem, da zwischen der gallischen und der römischen Besiedlung des Ortes Kontinuität besteht. Einige Gruben des Horizontes 6 werden deshalb in dem der gallischen Siedlung gewidmeten Band dargestellt (Lavendhomme, Guichard
1997).
Die 22 Gruben teilen sich zwischen 7 chronologischen Horizonten auf (Taf.IV), die den Untersuchungen der Keramik entsprechend definiert wurden. Die vorgeschlagenen Datierungen basieren vorrängig auf der Chronologie der allgemein anerkannten Daten des Aufkommens und Abklingens der Hauptformen der Terra sigillata.
3. Das Fundmaterial ausgenommen die Keramik
3.1. Die Münzen
M.-O. LAVENDHOMME
Aus den Fundkomplexen, die für die Studie der Entwicklung der häuslichen Gerätschaften in der Gegend von Roanne ausgewählt wurden, stammen nur sehr wenige Münzen : Die 30 Exemplare, von denen 26 bestimmt wurden (Abb.25) geben nur wenig Auskunft über die Chronologie der Fundkomplexe, da sie alle alter sind.
3.2. Die Terrakottastatuetten
O. BLIN
Die Terrakottastatuetten aus weißem, kaolinhaltigem Ton sind nur Randerscheinungen im Fundmaterial (Abb.27, Taf.V). In einer ersten Periode, die die Horizonte 8 bis 10 umfaßt, ist ihre Verbreitung sehr gering und auf kleine Ädicula Beschrankt. Erst in den Fundhorizonten 11 und 12 nimmt ihre Verbreitung zu, parallel zur Diversifikation des Repertoirs. Die am meisten vertretenen Kategorien sind Gottheiten und Vierbeiner.
3.3. Die Metallfunde und das Kleinmaterial
M. FEUGÈRE
Die Masse der Informationen zeugt von der Präsenz von Bronzeschmieden, von deren Produktion man sich anhand einiger Funde ein genaueres Bild machen kann : die Bronzegießer von Roanne stellten unter anderem Glöckchen her, sowie zweifellos Spiegel. Die Produktion ist im Horizont 8 (gegen 30-70) reichlich vertreten. Sie schien ausschließlich für den lokalen Markt bestimmt zu sein.
Wenn ais sicher angenommen werden kann, daß die Romanisierung in Roanne und in Feurs weder die gleichen Formen, noch die gleichen Ausmaße angenommen hat, 50 darf man jedoch nicht in das Klischee verfallen, Roanne für eine zweitrangige Siedlung zu halten, abseits der großen Fortschritte der Pax romana. Die sehr unterschiedlichen Schmuckstücke, von denen viele importiert gewesen sein dürften, die Toilettenutensilien, die Bronzegefäße, die Anzeichen von Schreibtatigkeiten zeugen von dem Niveau der Siedlung. Es scheint also angemessen, ein zu großes Gefälle zwischen Rodumna und Forum Segusiavorum, der Hauptstadt der Civitas zu nuancieren
3.4 Die Glasgefäße
M.-O. LAVENDHOMME
In den Horizonten 6 und 7 fehlen Glasgefäße fast ganz, und im Horizont 8 tauchen sie nur in sehr bescheidenem Umfang auf (Abb.20, Taf.VI). Der höchste Anteil wird im Horizont 10, mit fast 5 Glasgefäßen auf 100 Keramikgefäße erreicht. Die Mehrheit der identifizierten Formen entsprechen drei klassischen Typen der gallorömischen Tradition: die Rippenschalen (Horizonte 8 und 9), die ein- oder zweihenkligen Raschen mit zylindrischem, rechteckigem oder sechseckigem Querschnitt (Horizonte 9 und 10), die Parfümfläschchen.
4. Die Keramik
M. GENIN
4.1. Die Arbeitsmethoden
Die Klassifizierung in Kategorien beruht auf klassischen, zugleich technologischen (Zusammensetzung des Tons, Brennarten), morphologischen und funktionellen Kriterien. So kann man, alle Perioden zusammengenommen, 16 Keramikkategorien unterscheiden. Jede Kategorie wird in ihrer Entwicklung dargestellt, vom Horizont 6 bis zum Horizont 12 (Taf.VII und VIII). Ein Tafelteil illustriert parallel dazu das Fundmaterial jeder Grube und ermöglicht es auf den ersten Blick, die Zusammenstellung der Produktionen und Typen eines gleichen Kontextes zu visualisieren.
4.2. Terra sigillata
Mit 3800 Scherben, die zu 700 Gefäßen gehören, stellt die Terra sigillata 12 % des gallo-römischen Geschirrbestandes aus Roanne dar (Abb.31). lm Horizont 6 ist ihr Anteil am gesamten Fundbestand noch relativ gering, aber er steigt in den Horizonten 7 und 8 schnell an und bleibt in den darauffolgenden Horizonten stabil. Die Produktionen aus Italien und Lyon, die den Horizont 6 bestimmen, bestehen im Horizont 7 weiter - gleichzeitig mit einigen Sigiliatagefäßen aus Südgallien und dem Zentrum Galliens. In den Horizonten 8 und 9 dominiert die Ware aus Südgallien, deren Anzahl erst im Laufe des Horizontes 10 abnimmt, um der gefirnißten Ware aus den Produktionsstätten des Zentrums zu weichen. Hier muß betont werden, daß die nicht gefirnißte Ware des Zentrums in Roanne wahrend des 1.Jh. nur in kleiner Zahl auftritt.
4.3. Dünnwandige Becher
Die dünnwandigen Becher zeichnen sich durch ihre Vielfalt aus (Abb.39). Die Becher aus siliziumhaltigem Ton des Types Aco sind charakteristisch fur den Horizont 6. Die Becher des Types Beuvrey erscheinen gleichzeitig, sind im Horizont am zahlenmäßig am stärksten vertreten, und ihre Anzahl sinkt stark im Horizont 9. Die Gefäße mit rauhkörniger Verzierung sind im Fundmaterial des Horizontes 8 gleich mit 41 % vertreten und sind auch im Horizont 9 noch sehr zahlreich, im Laufe des Horizontes 10 nimmt ihre Zahl dann ab. lm Horizont 9 erscheinen besonders die ovoiden Becher mit Nadeldekor, deren Anzahl im Horizont 10 weiter ansteigt. Die Becher mit Reliefverzierung und Becher mit grauer Engobe zeugen von einer Diversifikation, die im Horizont 11 einsetzt. Die glatten oder mit Metalleffekten dekorierten Becher überwiegen im Material des Horizontes 12. Sie weisen, gemeinsam mit einigen Bechern mit geformtem Dekor immer präziser auf die eigentliche schwarz-gefirnißte Ware hin.
4.4. Schwarz-gefirnißte Ware
Diese Keramikkategorie spielt eine Rolle in der Determination des Horizontes 12 und ist ausschließlich in diesem Horizont zu finden. Sie setzt sich aus glatten und dekorierten Formen zusammen (Produktionszentren in Zentralgallien und im östlichen Zentrum Galliens).
4.5. Keramik mit bleihaltiger Glasur
Diese Kategorie (Töpfereien in Zentralgallien) tritt vor allem in den Gruben des Horizontes 8 (Abb.40) auf. Drei Gruben der Grabung in der rue Gilbertès (32, 33 und 38), die sich durch eine hohe Anzahl von Terra nigra auszeichnen, haben 55 der 66 Gefäße mit bleihaltiger Glasur geliefert. Diese Tatsache scheint für eine zeitliche Verschiebung innerhalb dieses Horizontes zu sprechen.
4.6. Keramik mit weißer Engobe
Diese Keramik ist bereits im Horizont 6 vertreten, aber in den Horizonten 8 und 9 ist das Sortiment mit 25 Formen (die meisten davon Krüge) wesentlich breiter gefächert (Töpfereien im Zentrum).
4.7. Keramik mit roter Engobe
Sie umfaßt nur ungefähr 20 Gefäße (Abb.42), von denen die meisten in der Grabung in der rue Gilbertès (Gruben 32, 33 und 38) zutage kamen. lm wesentlichen scheint diese Keramik zu den Produktionen des Zentrums zu gehören.
4.8. Geschwammte Keramik
Die mit dem Schwamm bemalte Keramik trifft man ausschließlich in den Horizonten 10 bis 12 an (Abb.43). Die Produktion ist in Zentralfrankreich bezeugt und wird in das erste Viertel des 2.Jh. eingeordnet. Das Fundmaterial aus Roanne zeigt, daß diese originelle Gruppe am Ende des 2.Jh.n.Chr. und zu Beginn des 3.Jh. weiterhin produziert und gehandelt wurde.
4.9. Bemalte Keramik
In den Horizonten 6 und 7 ist diese Ware bereits mit 12 bzw. 8 %der Gefäße stark vertreten (Abb.44 und 45). lm Horizont 8 ist sie mit 14% noch zahlreicher und erreicht 17% im Horizont 9. lm Horizont 10 fällt ihr Anteil auf nur noch 3 % zurück.
Die hohen Formen des alten Repertoirs (vor allem die balusterförmigen Gefäße) sind bereits seit dem Horizont 6 praktisch verschwunden. Der größte Teil des Repertoirs der bemalten Gefäße wird von den Schüsselchen gestellt.
4.10. Platten mit « pompejisch » roter Engobe auf der Innenfläche
In den Horizonten 6 und 7 sind die Platten mit pompejischer Engobe nicht vertreten, und in den darauffolgenden Perioden bleiben sie sehr selten. Die extreme Rarität dieser Kategorie in Roanne läßt darauf schließen, daß der Zweck, dem sie dienten, von den Platten und Tellern mit polierter Innenflache wahrgenommen wurde, die in den anderen Kategorien hergestellt wurden, z.B. in feiner grauer Ware oder in dunkler Gebrauchsware.
4.11. Terra nigra
Die in Roanne zutage gebrachte Terra nigra stellt einen der interessantesten Aspekte dieser Studie dar. Sie bildet eine außergewöhnlich reiche Gruppe, deren Verteilung es ermöglicht, die Chronologie der Daten ihres Aufkommens und ihrer Verbreitung zu begründen (Abb.4 7 und 48).
Diese Produktion des Alliertales taucht im Horizont 6 (spätaugusteisch) auf. Ihre Zahl steigt bis Mitte des 1.Jh. rapide an und erreicht dann, mit einem Anteil von 13 % an den Gefäßen ihren maximalen Stand. Das Gros der untersuchten Terra nigra stammt aus den Gruben des Horizontes 8 der Grabung der rue Gilbertès (Gruben 32, 33 und 38). Seit dem Horizont 9 ist diese Kategorie nicht mehr vertreten.
4.12. Feine graue Keramik
Diese Kategorie entwickelt sich in Roanne seit Mitte des 1.Jh.v.Chr. und ist ein konstanter Bestandteil des gallo-römischen Mobiliars (496 Gefäße) (Abb.51). In den Horizonten 7 und 8 sinkt der Anteil dieser Ware an der Keramik ständig. Von dem Moment an, an dem sich die Terra nigra auf dem Markt von Roanne wirklich durchsetzt, scheint die feine graue Keramik zu stagnieren. So nimmt sie Ende am des 1.Jh. den gleichen Platz ein, den sie bereits Mitte des Jahrhunderts innehatte. Das Bild ändert sich erst vom Horizont 10 an, ais ihr Anteil auf nur noch 4% der Gefäße herabsinkt.
4.13. Helle Gebrauchsware
In den Horizonten 6 bis 9 ist die helle Gebrauchsware mit 10 bis 15 % relativ wenig vertreten (Abb.53), ihr Anteil steigt bis auf 30 % in den Horizonten 10 und 11, um dann im Horizont 12 wieder auf 17,5 % der Gefäße zu sinken. Die Gruppe 1 (Kruge) dominiert ganz klar in allen Epochen, wobei man einräumen muß, daß sie im Horizont 8 von der: Gruppe 2 (ovoide Töpfe) zahlenmäßig knapp übertroffen wird. Wie auch immer, stellen diese zwei Gruppen vom Horizont 6 bis zum Horizont 12 die Mehrheit der Gefäße der hellen Gebrauchsware (Abb.54).
4.14. Dunkle Gebrauchsware
Die Gegenüberstellung der Daten, die die helle Gebrauchsware betreffen und der entsprechenenden Angaben bezüglich der dunklen Gebrauchsware zeigt, daß das Kochgeschirr in praktisch allen Epochen das Tafelgeschirr zahlenmäßig übertrifft (Abb.55). Die Zahl der dunklen Gebrauchsware steigt regelmäßig an, um im Horizont 11 mit 40 % ihren Höhepunkt zu erreichen (Abb.53). Die ovoiden Töpfe stellen -in allen Zeitabschnitten die meisten Formen (Abb.56). Kochtöpfe, Napfe und Deckel sind ebenfalls wahrend der ganzen gallo-römischen Periode bezeugt, wahrend Krüge, Platten und Teller selten sind.
lm Horizont 6 gibt es noch Gefäße des Types Besançon, im Horizont 7 verschwinden sie jedoch (1 Exemplar). Die geformte Keramik einheimischer Tradition ist in den Horizonten 6 und 7, wo sie 31 bzw. 27 % der Ware stellt, relativ häufig anzutreffen.
4.15. Die Vorratsgefäße
Die Vorratsgefäße sind in allen gallorömischen Gruben vorhanden (Abb.57). Sie sind fast alle aus ockerfarbenem bis braunem, granulösem Ton, mit grauen Zonen hergestellt und scheinen für die Produktion aus Roanne charakteristisch zu sein. Die allgemeine Form entspricht entweder hohen Gefäßn mit ovoidem . Bauch oder flachen Gefäßen. Zwei, nach ihren Lippenformen definierte Typen coexistieren : der Typus mit umgebogener Lippe und breitem Horizontalrand und der Typus mit profilierter Lippe.
4.16. Amphoren
Mit Ausnahme der Dressell (residuelles Material), sind Weinamphoren überraschend wenig vertreten (Abb.58 bis 60). Die Ölimporte aus der Provinz Baetica hingegen sind über die ganze gallo-römische Periode durch die Amphoren des Types Dressel 20 bezeugt, deren morphologische Entwicklung sich in mehrere große Etappen aufgliedert. Die Amphoren für Salzlake oder Fischkonserven tauchen in den Horizonten 6 bis 9 auf, in Form einiger Exemplare des Types Dressel 7/11aus der Provinz Baetica, zu denen vom Horizont 10 an die Amphoren Beltran- Lloris mit derselben Herkunft kommen. Ebenfalls in den Horizonten 10 und 11 fand man einige Amphoren Dressel 9, die wahrscheinlich aus Lyon oder dem Rhonetal stammen. Ein paar Exemplare des Types Richborough 527 erscheinen in Roanne im Horizont 9 und die Form halt sich bis zum Horizont 12. Eine weitere Gruppe scheint in Roanne in der Zeit des Horizontes 8 hergestellt worden zu sein.
4.17. Lampen
Nur 21 der 70 gezählten Lampen konnten einem Typus zugewiesen werden. Es ist selbstverständlich, daß man auf der Basis eines 50 mageren Bestandes kein zuverläßiges und genaues Bild ihrer Entwicklung vorschlagen kann.
4.18. Synthese
Die sieben keramikführenden Fundhorizonte werden in den Abbildungen 61 bis 67 dargestellt. Die Hauptgefäßtypen der verschiedenen Kategorien werden hier nach folgenden Kriterien präsentiert: entweder werden die häufigsten Formen gezeigt, oder die Formen, deren Erscheinen diese oder jene Epoche charakterisiert. Der Leser kann also ihre Zusammenstellungen visualisieren, da sie im Text bewußt nicht behandelt worden sind.
5. Schluffolgerung
M. GENIN, M.-O. LAVENDHOMME
Aus diesen Untersuchungen geht hervor, daß es zwischen den großen städtischen Zentren und Roanne in der augusteischen Periode ein Gefalle in den Stadien der Romanisierung gab. Der Wohlstand wahrend der Pax Romana ermöglichte es, diese Unterschiede zu nivellieren. Das Ende des 1.Jh. und das 2.Jh. charakterisiert sich durch den Abbruch der Siedlungs- entwicklung, eine Rückkehr zum traditionellen Repertoir und den Ausschluß aus dem Handelsleben.