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dAf 44


BARAY Luc, DEFFRESSIGNE Sylvie, LEROYER Chantal et VILLEMEUR Isabelle

Nécropoles protohistoriques du Sénonais

Serbonnes / La Créole, Michery / La Longue Raie, Soucy / Mocques Bouteilles (Yonne)

1. Einführung

L. BARAY

lm Zuge des Baus der Autobahn A5 konnte der Katalog der frühgeschichtlichen Fundstatten des Yonne-Tais und seiner Umgebung erweitert werden. Er ist hauptsachlich auf Entdeckungen zu Beginn des Jahrhunderts zurückzuführen. In einer ersten regionalen Abhandlung machte A. Hure 1931 eine frühgeschichtliche Bestandsaufnahme über das senonische Gebiet. Ab Ende der 40er Jahre bis zum heutigen Tag fanden diese Untersuchungen ihre Fortsetzung unter P. Parruzot, H. Carré, J.-Y. Prampart, J.-P. Delor, A. Heurtaux U.S.W.Drei verschiedene geomorphologische Erscheinungsbilder prägen die Landschaft des Yonne-Tais und bedingen somit das Ansiedeln der Menschen dort: Talsohlen, Hanglagen und Hochebenen. Die Yonne und ihre Nebenflüsse bieten in Nord / Süd- sowie in Ost / West-Richtung gute Kommunikationsmöglichkeiten.

 

2. Die Nekropole von Serbonnes / La Créole : die Einfriedungen E4 und ES (Ausgrabungen von 1989)

L. BARAY, I. VILLEMEUR, H. DUDAY

Diese bedeutende Nekropole des senonischen Gebiets, bestehend aus etwa zwanzig Einfriedungen, erstreckt sich über ca. 2 Hektar. Der Rettungsausgrabung an zwei rechteckigen Einfriedungen gingen zwei Ausgrabungs-kampagnen (1959-60) voraus. Die Einfriedung E4 bestand aus etwa zwanzig Grabern mit Skelettresten. Es handelt sich um Primärgräber, wobei in einem Fall eine Knochenzusammenlegung festzustellen war. Archäologische und anthropologische Studien fördern zwei Praktiken zu Tage: Bestattung in einem Hohlraum (Holztruhen in 6 Fallen) oder in einem angefüllten Raum (Erdfüllung in 5 Fällen), und zwar innerhalb von parallel zu den Einfriedungsgrenzen angeordneten viereckigen Gruben. In 14 Fällen handelt es sich mit Sicherheit um Erwachsene : war ihnen die Einfriedung vorbehalten ? Wurde die Zuordnung nach der Zugehörigkeit zu einer sozialen Schicht vorgenommen ? Der Grabschmuck macht mehr als ein Drittel des Mobiliars aus: Ringe, Perlen, Schweineeckzähne. Eine eiserne Gürtelschnalle, ein Terrakotta- Ring und zahlreiche Fibeln (aus Bronze, Bronze und Eisen oder Eisen) bilden das Kleidungszubehör ; Waffen sind ebenfalls vertreten : Schwert und Scheide, bronzene Aufhängeringe und Speerspitzen. Anhand einer vergleichenden Studie des Mobiliars und der Bestattungspraktiken kann man den Zeitraum zwischen dem 5. Jh. v. Chr. und dem ersten Viertel des 3. Jh. v. Chr. in vier Phasen einteilen, wobei die La Tène B2 eine besonders starke Ansiedlung aufweist, die mit den grossen Umbrüchen der ersten Hälfte des 3. Jh. in Bezug zu setzen ist.

 

3. Die Nekropole von Michery / La Longue Raie

S. DEFFRESSIGNE, L. BARAY, J. BOUILLOT, N. GINOUX, I. VILLEMEUR

Diese Nekropole besteht aus einer kreisförmigen Einfriedung, vier kleinen rechteckigen Einfriedungen mit Bestattungs-und Einäscherungsfunden, sowie einer Gruppe von drei Grabstätten. Bei diesen Einfriedungen scheint es sich um "Familiengräber" zu handeln. Allem Anschein nach wurden räumliche und rituelle Organisationsformen eingehalten (Schutzkasten, Verschluss mit Sandsteinblöcken). Die Gräber enthalten einige Schmuckbeigaben, insbesondere einen Ternar-Torques und eine Schwertscheide mit sich einander gegenüberstehenden Greifen. Datierung : Ende der Früh La Tène und Mitte der Hoch La Tène.

 

4. Die Nekropole von Soucy / Mocques Bouteilles

L. BARAY, I. LE GOFF, D. THÉBAULT, I. VILLEMEUR

Weitläufige Nekropole der Spat Bronze IIIb und der "La Tène" nördlich von Sens. lm Rahmen des Unternehmens A5 ist eine Flache von über 3 Hektar gänzlich abgetragen worden. Diese Arbeiten umfassen die Ausgrabungen von 1979- 1981. Zur ersten Phase gehören 20 kreisförmige Einfriedungen, 5 Bestattungsgräber (Primärgrabstätten) und ein Einäscherungsfund. Eine vergleichende Studie des Mobiliars, des Ringschmucks, der Bronze- und Glasperlen, Nadeln und Keramikarbeiten, sowie die Ausrichtung gewisser Gräber und die Art einiger Einfriedungen lassen ein sichere Datierung zu. Diese Studie führte zu einer feingliedrigeren typochronologischen Erfassung der kreisförmigen Einfriedungen im gesamteuropäischen Bereich des Bronzezeitalters und auf regionaler Ebene zu einem besseren Verständnis der Entwicklung der Bestattungspraktiken von der Spät-Bronze IIIb bis zum Früh- Hallstatt: Erscheinen und Andauern der Beerdigung, gleichzeitiges Bestehen der Einäscherung, Abmessungen der Einfriedungen, U.S.W. Die Nekropole der La Tène besteht aus 7 viereckigen Einfriedungen, die ebenfalls Gegenstand einer umfassenderen typochronologischen Studie sind, desweiteren aus 20 Erdgräbern, 7 Einäscherungsstätten und einem Bestattungs-Grubensilo. Es handelt sich um Primärgrabstätten, wobei in einem Fall der Schädel fehlt. Die archäologischen und anthropologischen Studien bestätigen die Benutzung von Holztruhen, die in kleine Steinblöcke gebettet oder durch massive Sandsteinblöcke abgedeckt sind. Es besteht kein Bezug zwischen der Ausrichtung der Gräber und der Chronologie. Das Mobiliar besteht aus Schmuck in Form von Armbandern und Ringen, zahlreichen Fibeln, einer Gürtelspange, einem Kettengürtel, Waffen, Schwertern und Scheiden, Aufhängeringen, Speerspitzen und Schildrand. Man unterscheidet 4 Phasen, die sich von der La Tène A bis zur La Tène C erstrecken und sich auf 4 Siedlungsgebiete beziehen. Schliesslich soll noch auf eine gallo-römische . Grabstätte und eine Nekropole, die ungefähr auf das 5.-8. Jh. n. Chr. datiert ist, hingewiesen werden. Beide befinden sich unter den frühgeschichtlichen Anlagen.

 

5. Pollenanalysen

C. LEROYER

Die Pollenanalyse stützt sich auf Probenahmen aus der Aufschüttung der Einfriedungsgraben undloder der Grabstatten dieser drei Nekropolen. Mit diesem Ansatz der doppelgleisigen Probenahmen will man einerseits die pflanzliche Umwelt durch eine Untersuchung der Grabenaufschüttungen und andererseits die Bestattungsriten durch eine Untersuchung mehrerer Probenahmen in den Erdgräbern erforschen. Der paleoökologische Beitrag ist dadurch beschrankt, dass die Daten aus Soucy nicht zuverlässig sind und es in Serbonnes eindeutige Verzerrungen gegeben hat. Demgegenüber liefern die Untersuchungen der Grabstätten in Michery und Serbonnes aufschlussreiche Informationen über die verschiedenen Riten.

 

6. Die in einem regionalen Kontext erforschten Nekropolen

L. BARAY

Obwohl vieles noch von den ausstehenden Forschungsergebnissen abhängt, können jetzt bereits annähernde Aussagen über die Verteilung der Bevölkerungsgruppen in der Spät-Bronze und in den Eisenzeitaltern im Yonne-Tai und seiner Umgebung gemacht werden. Gestützt, insbesondere, auf Untersuchungen über die geographische Verteilung und die Gestaltung der Nekropolen, sowie auf eine Habitat- und Depot- Bestandsaufnahme, ist es nun möglich, nicht nur eine einfache Korrelation zwischen den üblichen Chronologie und der Verteilung der Fundstätten aufzustellen, sondern darüber hinaus, verschiedene sozioterritoriale Integrationsniveaux der frühgeschichtlichen Bevölkerungsgruppen hervorzuheben.

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