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GRANDEMANGE Jacques
Les mines d'argent du duché de Lorraine au XVIe siècle
Histoire et archéologie du Val de Lièpvre (Haut-Rhin)
lm Spätmittelalter herrscht in Westeuropa ein Mangel an kostbaren Metallen, dank deren Nachfrage der Bergbau in den deutschen Landern und Marken wieder einen Aufschwung erhielt. Dieser 1450 begonnene Aufschwung dauerte bis Mitte des XVI. Jahrhunderts, denn erst um diese Zeit hat sich die wirtschaftliche Lage wegen der Güterzufuhr aus der NeuenWelt verandert.
Unter diesen wirtschaftlichen Umständen haben sich Silberbergwerke in den Vogesen aufgeschwungen, sei es unter österreichischen oder lothringinschen Verwaltung. ln diesen Zusammenhang war im Valde Lièpvre das wichtigste Zentrum der Silbergewinnung auf jetzigem französischem Staatsgebiet. Es lag auf halbem Weg zwischen St-Dié und Sélestat und bestand aus zwei Teilen : die Südbergwerke wurden von der dem Habsburger Haus unterworfenen Lehensherrschaft von Ribeaupierre, und die Nordbergwerke vom Lothringer Herzogtum betrieben. Die letztgenannten werden hier unter geschichtlichen und archäologischen Standpunkten dargestellt : dank in grossem Mass ausgewerteten Rechnenarchiven wird ihre Geschichte vorgelegt und drei Ausgrabungskampagnen zeigten auf einem Bergwerk, wie zweckmässig sie erfasst wurden und wie deren notwendigenTechniken erdacht wurden.
1. Geschichte der herzogtümlichen Bergwerke aus dem Val de Lièpvre : Rechnenarchive (1512-1628)
Dank den von Bergvorstehern geführten Büchern wurde die Entwicklung des Bergbaus zwischen 1512 und 1629 neu gezeichnet, bei der Boden forschungs- Aufgabegewinnungs- und Untergangszeiten aufeinander folgten. Zwölf Hauptreviere waren vorhanden, 276 Fôrderschächte wurden betrieben, aber nur 24 erzeugten Silber, Kupfer manchmal Blei. Wie schwer und hartnäckig geschürft werden musste, zeigen die unzähligen nutzlosen Forschungen. Achtunddreissig Jahre wartete man, bis die reichen Adern von St-Pierremont entdeckt wurden. Die Produktion dauert 20 Jahre. Sie fängt 1551 an und hört 1571 auf. Während dieser 21 Jahre werden durchschnittlich 1 298 kg feines Silber pro Jahr gewonnen, was für das Lothringer Herzogtum beträchtlich viel ist. Fast alles kommt nur aus 4 Bergwerken in der Nähe von St-Pierremont heraus : St-Guillaume, St-Jean, Notre- Dame-de-Pfennigthorne mit St-Henry-l'Empereur- au-Don-de-Dieu und Samson verbunden. Nach 1572 und trotz kurzem Aufschwung zwischen 1591 und 1593 sinkt die Produktion unvermeidlich und wird in den Anfängen des XVII. Jahrhunderts belanglos.
2. Archäeologische Studie der Bergwerktechniken: das System in La Fontaine des Chouettes
Das im herzogtümlichen Val de Lièpvre liegende, im ganzen Gewinnungsbezirk wichtigste bis jetzt bekannte Berg- werk St-Pierremont wurde ausgegraben. Es besteht aus einer oberen Gewinnungslage und einem unteren Abzugsstollen und es verbreitet sich auf 1 225 m. Verschiedene Gewinnungstechniken wurden genauer nachgewiesen : Stollentreiben, benutzte Gerate, Vermessungspunkte, eine rekonstruierte Bergklafter, Wetterungssysteme, auf Pflaster befahrene Materialen, Schachtbau und Holzausbau. Diese gesammte Technologie gehört in ein funktionnelles System hinein, das aus senkrecht und waagerecht liegenden und eingerichteten Bauten grundzätzlich besteht. Als Haupteil des Systems hat der Abzugsstollen oder Erbstoll traditionnelle Gewinnungsbedingungen tief geändert, indem er Behandlung und Unterhaltung in grösstem Mass übernahm : Bottiche werden nicht mehr durch die 3 Schächte aufgezogen, das Wetterungssystem wird leichter unterhalten, Hebezeuge arbeiten dank der Schwere. Das von technischen und finanziellen Hauptschwierigkeiten befreite Bergwerk kann wiederanfangen zu erzeugen. Der rationnell bedachte Renaissancebergbau ist durch die Beherrschung der unterirdischen Welt und der notwendigen Technik gekennzeichnet. lm XIX. Jahrhundert hat ein Gelehrter dieses Bergwerk, dessen Name noch nicht wiedergefunden wurde, « Fontaine des Chouettes » (Eulenbrunnen) genannt. Es hat wenig produziert trotz den verhältnismässig mâchtigen Bauten. lm heutigen Forschungsstand dürfte es dem Bergwerk Armenrott der besten Hypothese nach entsprechen. Es war zeitgleich mit dem «Fontaine des Chouettes» und in den Rechnungsbüchern der Vorsteher wird ihm eine geringe Silberproduktion, trotz wichtigen Baumassnahmen, zugeschrieben.