„Die Sprache der Republik ist die französische Sprache“ (Artikel 2 der Verfassung).

Das stärkste aller Bande, die Menschen in einem Verbund knüpfen, ist das Band der Sprache, denn es begründet das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Die Globalisierung der Austausche und das europäische Aufbauwerk sind gestaltende Einflüsse dieses Bandes, der Staat ist deshalb aufgerufen, eine Politik der Sprache zu bekräftigen, die den Vorrang der französischen Sprache auf dem nationalen Hoheitsgebiet gewährleistet und außerdem den sozialen Zusammenhalt fördert und die kulturelle Vielfalt in Europa und in der Welt unterstützt.
Das Ministerium für Kultur und Kommunikation ist ebenfalls für die Sprache zuständig und hat eine besondere Verantwortung in der Umsetzung dieser Politik, die von mehreren Ministerien entworfen wird.

 

 

Seit dem Edikt von Villers-Cotterets ist die französische Sprache eine Komponente der nationalen Identität. Die Verwendung des Französischen als Sprache der Republik wird bei gleichzeitiger Offenheit gegenüber anderen Sprachen auf unserem Hoheitsgebiet durch die Verfassung (Art. 2) gewährleistet. Der Staat verfügt über ein Amt, das mit der überministeriellen Betreuung der Sprachpolitik beauftragt ist: La délégation générale à la langue française et aux langues de France (DGLFLF). Sie untersteht dem Kultur- und Kommunikationsministerium, dient der Reflexion, wirkt Impuls gebend und koordinierend, gewährleistet die Pflege der Gesetzesvorschriften (Gesetz vom 4. August 1994 über die Verwendung der französischen Sprache) und stützt sich dafür auf ein Netzwerk von Partnerorganisationen (Hoher Rat der Französischen Sprache, Allgemeiner Ausschuss für Terminologie und Neologie).

  • 1966 wird von dem damaligen Premierminister Georges Pompidou das Hohe Komitee für die Verteidigung und die Verbreitung der französischen Sprache eingesetzt, das später zum Hohen Komitee der französischen Sprache wurde.
  • 1984 wird das Komitee durch zwei neue Organe ersetzt, dem beratenden Ausschuss und dem Generalkommissariat, die 1986 dem Minister für die Frankophonie zur Verfügung gestellt wurde.

  • 1989 werden beide vom Hohen Rat der französischen Sprache und der Generaldelegation für die französische Sprache abgelöst.

  • 1993 wird die Generaldelegation für die französische Sprache dem Kulturministerium zur Verfügung gestellt, da die Frankophonie in dessen Zuständigkeit überführt wird.

  • 1996 wird auf Grund der Teilung der beiden ministeriellen Ressorts La délégation générale dem Kulturministerium angegliedert.

  • 2001 wird sie zur Generaldelegation für die französische Sprache und die Sprachen Frankreichs, um dadurch auch der sprachlichen Vielfalt in unserem Land eine offizielle Anerkennung zu geben.

Den Bürgern das Recht auf die französische Sprache garantieren

Unsere Mitbürger haben das gesetzlich garantierte Recht, eine Information in ihrer Sprache zu erhalten und sich in ihrer Sprache auszudrücken.
Die DGLFLF ist im Auftrag der betroffenen Ministerien für die Betreuung und koordinierte Anwendung der einschlägigen Gesetzestexte für die französische Sprache zuständig und insbesondere für das Gesetz vom 4. August 1994. Dabei geht es vorrangig um den Schutz der Gesundheit und Sicherheit der Verbraucher und Erwerbstätigen durch die obligatorische Verwendung der französischen Sprache in vielen Bereichen des täglichen Lebens. Die DGLFLF unterstützt die Bereitstellung von Verdolmetschungsdiensten, um bei großen Veranstaltungen (Seminare, Kolloquien …) den Gebrauch des Französischen zu ermöglichen.

Die französische Sprache in den Dienst des sozialen Zusammenhalts stellen

Die Beherrschung der französischen Sprache ist eine Voraussetzung für die persönliche Entfaltung, die soziale und berufliche Integration, den Zugang zu Wissen und Kultur.
Die DGLFLF unterstützt Förderaktionen für den Erwerb des Französischen als Zweitsprache als Mittel gegen sprachliche Ausgrenzung. Unter anderem wirkte die Generaldelegation an der Gestaltung des Zertifikats für Grundwissen Französisch (Diplôme initial de langue française) mit, das die Integration von Zuwanderern in Frankreich unterstützen soll.

Die französische Sprache bereichern und modernisieren

Unserer Sprache werden ständig neue Wörter hinzugefügt, die sich aus der Realität unserer modernen Welt ableiten. Die Wörter des alltäglichen Umfelds entwickeln sich natürlich weiter, in anderen Bereichen und gerade in der Technik aber muss diese Entwicklung begleitet werden.
Die DGLFLF steht im Mittelpunkt der interministeriellen Arbeit für die Bereicherung der französischen Sprache: sie unterstützt und koordiniert die Aktion der verschiedenen, für Neologismen zuständigen Gremien (Allgemeiner Ausschuss Kommission für Terminologie und Neologie, Académie française, Fachausschüsse, Partnerministerien …) und bemüht sich um die Verbreitung der Ergebnisse.

Einige Wortbeispiele, die ihren Fachbereich verlassen haben und schnell Teil der Alltagssprache wurden:

Ältere Beispiele: logiciel (Software), puce (chip), baladeur (walkmann), jüngere Wortschöpfungen: monospace (people-carrier), covoiturage (Mitfahren), v.t.t., vélo tout terrain (Mountain bike), remue-méninges (Brainstorming) und im Internetjargon: courriel (E-mail), navigateur (browser), pirate (hacker) …

Die sprachliche Vielfalt fördern

Der wachsende Austausch und Kontakt zwischen den Sprachen wird in unsere Politik durch die Förderung der Mehrsprachigkeit, vor allem in einer europäischen Perspektive, eingebunden.
Diese Ausrichtung muss durch konkrete Fördermaßnahmen untermauert werden:

  • Lebenslanger Erwerb von Fremdsprachen
  • Verstehen der anderen Sprachen für eine bessere Kommunikation, insbesondere innerhalb einer gemeinsamen Sprachfamilie (Entwicklung und Verbreitung von Lehrmethoden für diese Art der Kommunikation)
  • Definition einer aktuellen Übersetzungspolitik mit Blick auf die technologischen Entwicklungstrends (Förderung der Übersetzerberufe, Einrichtung von Übersetzungs-Netzwerken, Entwicklung von automatischen Übersetzungstools).

Die Sprachen Frankreichs fördern und valorisieren

Zusammen mit der französischen Sprache prägen die Regional- oder Minderheitensprachen unsere kulturelle Identität und bilden ein lebendiges und kreatives immaterielles Kulturgut. Sie sind Teil einer Politik zugunsten der kulturellen und sprachlichen Vielfalt.
Die DGLFLF fördert und verbreitet alte und zeitgenössische Werke, die sich der Sprachen Frankreichs bedienen. Theater, Lied, schriftstellerisches Schaffen und alle Disziplinen, die Sprache als schöpferisches Instrument verwenden, werden von der Generaldelegation unterstützt, die diesen Sprachen durch die Erschließung von Feldern der kulturellen und technischen Modernität, beispielsweise multimediale und audiovisuelle Anwendungsfelder, größere Ausstrahlung verleiht.

Mehrere hundert Sprachen werden in unserem Land gezählt. Als Sprachen Frankreichs werden die Sprachen bezeichnet, die von französischen Bürgern auf unserem Hoheitsgebiet seit ausreichend langer Zeit gesprochen werden, um Teil unseres gemeinsamen Reichtums zu sein, und die gleichzeitig in keinem Staat als offizielle Sprache gesprochen werden: „regionale“ Sprachen wie Flämisch, Baskisch, Korsisch, Kreolisch oder Tahitisch sowie nicht-territoriale Minderheitensprachen wie dialektales Arabisch, Romani, Berberisch oder Jiddisch.

Die délégation générale à la langue française et aux langues de France fördert durch ihre Arbeit die Verbreitung der französischen Sprache in Europa und der übrigen Welt.
Die französische Sprache ist auf den fünf Kontinenten zu Hause und ist das vereinende Band einer Gemeinschaft aus 63 Mitgliedern und Beobachtern, die internationale Organisation der Frankophonie (OIF). 29 Länder haben französisch als offizielle Sprache gewählt. Französisch ist eine der beiden offiziellen Sprachen des Internationalen Olympischen Komitees und in zahlreichen internationalen Organisationen Arbeits- und Amtssprache, unter anderem in den Vereinten Nationen und der Europäischen Union. In der EU ist französisch die einzige Sprache, die gleichzeitig in mehr als zwei Mitgliedstaaten offiziell gesprochen wird (wie die deutsche Sprache) und Weltgeltung besitzt (wie spanisch oder englisch).

Französisch als Sprache der internationalen Kommunikation

Cristal (Kristal), toile (Netz), abîme (Abgrund), tintinnabuler (läuten) … Was haben diese Wörter gemein? Sie gehören zu einer Familie aus „zehn Wörtern“, die jedes Jahr während der Woche der französischen Sprache zur Förderung des Sprachbewusstseins ausgewählt werden. Alle sind aufgefordert, Sprachfantasie zu entwickeln und in zahlreichen kreativen Veranstaltungen (Aufführungen, Gesprächsforen, Schreibwerkstätten, Wettbewerbe …) zu zeigen, dass die französische Sprache ein Werkzeug des sozialen Zusammenhalts und der Persönlichkeitsentfaltung ist.

Die Woche der französischen Sprache : www.dismoidixmots.culture.fr

 

Die französische Sprache betrifft alle Bürger, denn sie sind die wahren Garanten und Akteure ihrer Verwendung und Fortentwicklung. Die DGLFLF bemüht sich um die Sensibilisierung der Gesellschaft für die Sprache und stellt der Öffentlichkeit eine Reihe von Dokumentationsquellen zur Verfügung.

Internet-Site: www.dglf.culture.gouv.fr

Die DGLFLF stellt im Internet ihre Arbeit vor und bietet online Zugang zu FRANCETERME, einer Datenbank mit den neuen im Amtsblatt veröffentlichten Wörtern. Beantwortet werden ebenfalls allgemeine Fragen über die Sprachentwicklung. Wie werden Wörter geprägt? Wie bereichert sich die französische Sprache durch den Kontakt mit anderen Sprachen? Welche Verbindung besteht zwischen dem Staat und der französischen Sprache?

Publikationen

Die DGLFLF betreut eine Sammlung von regelmäßig aktualisierten Publikationen über ihre verschiedenen Einsatzbereiche: Gesetz vom 4. August 1994, technisches Vokabular, Sprachen Frankreichs … Die vollständige Liste der Publikationen wird auf Anfrage verschickt und ist auf der Internetseite der Delegation einsehbar.

Hier finden Sie unsere anderen Publikationen in deutscher Sprache

Dokumentationsstelle

Die DGLFLF besitzt einen reichhaltigen Dokumentationsfundus über die französische Sprache, die Frankophonie und die Sprachen Frankreichs (Linguistik, Sprachgeschichte und –Recht, Wörterbücher und Fachvokabular, Status der französischen Sprache in der Welt …) Die Dokumentationsstelle ist auf Anfrage zugänglich.